Posts Tagged ‘schere’

Der letzte Mohikaner

Oktober 8, 2008

Der letzte Mohikaner war sicher nicht selbst daran schuld, dass er der letzte war. Bei meinem blauen Flusskrebs ist das anders. Nach und nach hat er alle seine Geschwister gekillt. Am Wochenende hat der blaue Brudermörder seine letzte Keule über die Schere springen lassen.

Als der (in seinem Becken) grösste blaue Flusskrebs seinem Bruder die Scheren amputiert hat, hätte ich schon was machen müssen. Ich dachte er wollte „nur spielen“. Ausserdem dachte ich, dass der kleinere Krebs ein Weibchen sei. Es kommt ja hin und wieder vor, dass bei der Paarung einer der Partner Gliedmassen verliert.

blauer Flusskrebs, Brudermörder

blauer Flusskrebs, Brudermörder

Die blaue Bratze hätte es eigentlich verdient zu seinem Vater gesetzt zu werden. Mal sehen, wem dann was amputiert wird.

Auf dem Foto sieht der Krebs recht beeindruckend aus. Das hat er allerdings einem Weitwinkelobjektiv zu verdanken. Er ist eigentlich nicht mal so lang wie ein Zeigefinger.
Autor: Kamillo Kluth

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SFB 4 ever

April 22, 2008

Die Eltern Flusskrebse wurden zwangsumgesiedelt. Erst hatten sie eine Auseinandersetzung. So nach dem Motto “ ‚Ich bekomme das Haus, du die Kinder.‘ – ‚Nein, DU bekommst die Kinder!‘ „. Nachdem die Fronten geklärt waren und das Männchen die Röhre wieder einmal okkupierte, machte sich das Weibchen auf die Jagd. Sie hetzte ihre eigene Brut.

Das Foto zeigt Mama Schlumpf mit einem der kleinen Krebse (links unten). Sie ist genervt, deshalb beachtet sie den kleinen nicht.

Da die Eltern ins grosse Becken gehören und die Situation langsam entspannt werden musste, wurden sie kurzerhand umgesiedelt. So werden Ausfälle durch Kannibalismus ausgeschlossen. Die Babys im grossen Aquarium haben genug Freiraum. Vorerst.

Es sieht echt cool aus, wie sich die Schatten der Wellen auf dem Panzer abzeichnen. Das Flusskrebsweibchen war übrigens a little pissed off. Sie steht nicht auf Blitzlichtgewitter und Starrummel. Das Bild ist, im Gegensatz zum Grossteil der anderen Fotos, nicht ein bisschen nachbearbeitet – bis auf die Grössenskalierung.

Das Flusskrebsweibchen wollte zwar nicht umziehen, aber im Nachhinein ist sie sicher zufriedener im grossen Aquarium.

Der männliche Krebs hat sich seine Behausung erkämpft. Er wurde in der Röhre transportiert.

Nach der Häutung sieht die vorderste linke Schere (auf dem Bild rechts, mann) etwas grösser aus. Kann es sein, dass die Beine/Scheren nach Bedarf auf der einen oder anderen Seite nachwachsen? Diese Tiere wären als Menschen Superhelden. 🙂

ps: ob die 10 bisher umgesetzten Babykrebse noch am Leben sind, weiss ich nicht. Was ich ausserdem nicht weiss ist, ob in der Röhre evtl. blinde Passagiere mitgereist sind.

pps: der Mutterkrebs hat genau wie die kleinen Krebse beim sinken Beine und Schwanzflosse zum Steuern genutzt.
Autor: Kamillo Kluth

Apfelschnecken

März 18, 2008

Als heute eine der Apfelschnecken dem eventuellen Tod entkommen konnte, bot sich mir eine Möglichkeit die Schecke in der Bewegung zu fotografieren. Hab ich schon erwähnt, dass ich für die Kategorie den Begriff ’schalentiere‘ im Zusammenhang mit Schnecken bewusst gewählt habe? Mir ist klar, dass dieser Begriff eher in der Küche verwendet wird. Ich kann eben nicht aus meiner Haut. 😉 Und, wie schon einmal erwähnt, gehören Apfelschnecken in einigen Teilen der Welt zu den Grundnahrungsmitteln.

Das erste Bild ist – zumindest für mich – echt scary (zoom zoom): apfelschnecke closeup

Das Haus der Apfelschnecke ist tatsächlich nicht grösser als ein 50 Cent Stück. Eher kleiner. Neben dem, was wie Augen aussieht, kann man auf der rechten Seite den Atemrüssel erkennen. Der ist natürlich nicht ausgefahren, da die Schnecke nicht an der Wasseroberfläche ist. Der Rüssel wird für die Atmung in sauerstoffarmen Gewässern benutzt. Die Apfelschnecken sind echt top optimiert. 😉 Eine Klappe am Eingang gegen Angreifer, einen Atemrüssel und wahrscheinlich haben sie auch GPS …

Auf dem folgenden Bild sieht man schön, dass der Flusskrebsmann schon Schere angelegt hat. Diese Schnecke hatte also bereits Nahtoderfahrungen.

apfelschnecke versehrt - fast geknackt

Mit blosem Auge kaum zu erkennen, zeigt das nächste Bild schön, wie veradert der Fuss der Schnecke ist. Der Fuss ist sicher ein wichtiges Sinnesorgan, weil die Versorgung mit Blut anscheinend wichtig ist. Schnecken haben – soweit ich weiss – kein Gehirn, sondern nur einen Nervenknoten. Der Nervenknoten hat sich bei höheren Tieren zum Gehirn ausgebildet. Aber wo ist der Nervenknoten bei der Schnecke? Eher am Südende oder doch in der Nähe der Augen? Ich würde auf Letzteres tippen.

apfelschnecke fuss closeup

ps: ich war heute bei photodose und der Mann dort hat mir gesagt, dass meine fkn Kamera dort ca. 100 € weniger gekostet hätte. Ich wollte eigentlich nur n cooles Macro Objektiv checken und da konnte ich es mir nicht verkneifen nach dem Preis zu fragen … Naja, jedenfalls haben die ein geiles Objektiv von (glaube) Sigma und das kostet nur 150,-€. Ich konnte es im Laden checken und – wäre ich nicht so ein disziplinierter Mensch – hätte ich die 150 Bananas sofort gelatzt. Ich darf garnicht dran denken. Glücklicherweise haben sie schon geschlossen.
Autor: Kamillo Kluth

t -8 Wochen

Februar 27, 2008

krebse, koitus

Das Männchen der Krebse hat heute wieder einmal seine Partnerin gestämmt. Für mich heisst das, dass die Begattung vorher nicht geklappt hat. Dafür hatte ich eine kleine Naturschau.

Es waren heute mindestens drei Versuche. Als ich das Becken gecheckt habe lagen die beiden in der Röhre aufeinander (s.o.).

Der Typ hat dann seine Ische aus der Höhle gezerrt und mit seiner einen Schere die Stelzen des Weibchens festgehalten. Wie und wo er sein Kram platziert hat konnte ich nicht erkennen. Es war aber echt n Marathonakt. Kudos!

Als die beiden Krebse vor der Höhle lagen, konnte man sehen, dass das Männchen mit seinem Fühler Kreisbewegungen ausgeführt hat. Die Kamera hat leider eine zu miese Auflösung, deshalb erkennt man zu wenig. Für Fotos ist die Kamera in Ordnung, aber Videos sollte man nur im Notfall damit machen. Es ist eine Fuji Finepix 304. In Zukunft werd ich das wohl lassen …

Im Video (das man auf mind. 200% zoomen sollte) sieht man, wie die beiden blauen Flusskrebse vor der Röhre in ihrer Paarungsstellung liegen. Dann entlässt das Männchen das Weibchen aus seiner Umklammerung und rennt in die schützende Röhre, als wäre der Ehemann nach hause gekommen.

Das Weibchen ist irgendwie angepisst und läuft etwas herum, droht den Fischen.

Als das Weibchen wieder daheim war, hat Macho Azul (ein besserer Name ist mir grad nicht eingefallen) gleich Hand angelegt und ist mit Frau Blau intim geworden. Schon wieder.


Autor: Kamillo Kluth

Mein Aquarium

Februar 13, 2008

Das Aquarium habe ich vor ein paar Jahren gekauft und immer Kaltwasserfische drin gehalten. Hauptsächlich Koi. Ja, ich weiss … das sind keine Aquariumfische. Die Fische bleiben höchstens ein Jahr im Aquarium, danach werden sie in einen kleinen Teich gesetzt. Der Teich ist quasi natürlich und wird von einer kleinen Quelle gespeisst.

Die Einrichtung meines Beckens ist nicht jedermans Geschmack. Gesehen habe ich so ein Aquarium das erste mal in einem japanischen Film. Ich finde ein Aquarium ohne Pflanzen grundsätzlich besser, weil pflegeleichter. Die Koi würden sowieso alle Pflanzen killen. Versucht habe ich es mal. Plastikpflanzen kommen nicht in Frage.

Seitdem ich zwei Blue Florida Lobster im Aquarium habe, hab ich sozusagen jeden Tag meinen eigenen kleinen Tierfilm. Das Männchen ist ein echter Entertainer. Das Weibchen ist eher selten zu sehen, weiss aber auch für Unterhaltung zu sorgen.

Hoffentlich schreib ich hier keinen Mist, aber wenn ich mich recht erinner sind diese sog. Blue Florida Lobster eigentlich gezüchtete Flusskrebse. Ein Lobster ist aber ein Hummer. Wie auch immer … heute haben die beiden kleinen blauen Krabbler romantisch gebumst. fickende blue florida lobster

Eigentlich sagte der Verkäufer, dass sich die beiden schon gepaart hätten und das Männchen habe dabei eine Schere verloren. Ich habe schon darauf gewartet, dass das Weibchen sich in seiner Höhle vergräbt und die kleinen Krebse kurze Zeit später von den Koi ‚eingeatmet‘ werden.

Als ich heute nach Hause kam war das Männchen nicht zu sehen. Normalerweise hängt er in seiner Muschelschale oder macht davor nen Dicken. Das Weibchen bewohnt die Tonröhre. Wenn sich die beiden über den Weg laufen wird grundsätzlich gebattlet. Heute war das Männchen allerdings bei ihr in der Röhre.

Als sich etwas in der Röhre bewegte dachte ich erst, dass einer der beiden den leblosen Körper des anderen Krebses rausschleppen würde, dann hab ich erst erkannt, dass sich die beiden aneinander geklammert haben (knick-knack 😉 . Das war der Grund, wieso ich dieses Blog gestartet habe. Wie so oft im Leben war Sex die Motivation.

Aktuell wird das Aquarium, ein 260 l Juwel – jetzt mit Aussenfilter – von 5 Koi, zwei blue Florida Lobster und 5 Apfelschnecken, die zumindest bis jetzt den Attacken der bunten Karpfen widerstehen konnten, bewohnt. Die erste Generation hat jedes Schalentier eiskalt verputzt. Selbst eine Teichmuschel haben sie klargemacht. 5 koi im aquarium

Schnecken und Muscheln habe ich gerne als Putzkräfte im Becken, aber die werden nie sehr alt.

Drei der Koi sind sog. Geisterkoi. Der Name bezieht sich auf die Färbung. Normalerweise sollen Koi klare Farben und möglichst grosse zusammenhängende farbige Flächen haben. Die Farben bei den Geisterkoi sehen irgendwie verwaschen, verschwommen aus. Preislich liegen sie im unteren Segment. Ich hatte darauf spekuliert, dass sich die Farben noch ändern. Der weisse Koi hatte anfangs einen roten Punkt auf der Stirn. Nach kurzer Zeit verschwand der aber. Bei den Geisterkoi hat sich nichts verändert.

In 6-8 Wochen sollen die Koi in den Teich gesetzt werden. Einmal im Jahr kommt ein Reiher am Teich vorbei und hilft bei der natürlichen Auslese. Die Ausfälle werden durch die Aquariumfische ersetzt.

Das Aquarium hatte ursprünglich einen Innenfilter. Der war von der Leistung ganz in Ordnung, aber schön ist der nicht gewesen. Ausserdem konnte man das Ding nicht komplett rausnehmen und säubern.

Jetzt steht ein blitzblanker Aussenfilter unter dem Becken. Vom Handling ist dieser JBL Cristalprofi e900 gut. Das Plastik wirkt etwas billig, also spröde. Gebrochen ist aber bisher nichts. Die Schläuche kann man mit nur zwei einfachen Handgriffen entfernen und auch wieder montieren. Es gibt eine eingebaute Handpumpe, um Luft aus dem Gerät zu befördern. Recht clever gemacht. Bei den Filtermedien haben sie vielleicht etwas übertrieben, aber wenn es funktioniert, wieso nicht? Cristalprofi im Aquarium Zubehör Online Shop

5 Koi
Autor: Kamillo Kluth